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SG-Ready im Detail

Zwei Kontakte, vier Zustände — was SG-Ready wirklich ist, wer das Signal sendet, und wo seine Grenzen liegen.

SG-Ready im Detail

„SG-Ready" (Smart-Grid-Ready) klingt nach Hightech, ist aber mechanisch sehr einfach. Zu verstehen, was es kann — und was nicht — hilft, Angebote und Steuerungsmöglichkeiten richtig einzuordnen.

Was es wörtlich ist

SG-Ready sind zwei Kontakte (Klemmen) an der Wärmepumpe, die den Zustand zweier Schalter lesen. Zwei Schalter ergeben vier Kombinationen — und jede hat eine Bedeutung:

Zustand Modus Was die Wärmepumpe tut
1:0 Sperre Abgeschaltet (kurze EVU-Sperre, max. 2 h)
0:0 Normal Läuft normal, kein Signal
0:1 Empfehlung Ein Sanfter Anstoß — etwas mehr heizen
1:1 Anlaufbefehl Starkes „Ein" — aktiv hochheizen

Mehr ist es nicht: ein 2-Bit-Signal — Sperre / normal / sanfter Boost / starker Boost.

Wer das Signal sendet

Die Wärmepumpe liest nur die Kontakte. Etwas anderes muss sie schließen:

  • Dein PV-Wechselrichter, wenn er Überschuss erkennt.
  • evcc / Home Assistant über ein Relais (deine eigene Logik: „Strom gerade billig / PV fließt → Boost").
  • Der Netzbetreiber (§14a), der in Spitzenzeiten die Sperre auslöst.

Der Wärmepumpen-Hersteller liefert also nur die Klemmen — das Signal kommt woanders her.

Die Grenze: es ist grob

SG-Ready kann nicht sagen „fahre 43 °C Vorlauf" oder „lade den Speicher auf genau 52 °C". Es kann nur die vier groben Zustände. Was „Boost" konkret heißt, entscheidet der Regler der Wärmepumpe (meist: die Zieltemperaturen um einen voreingestellten Betrag anheben).

Wann SG-Ready reicht — und wann nicht

  • Reicht, wenn du einen einfachen PV-Überschuss-Boost willst und deine Wärmepumpe keine offene Datenschnittstelle hat. Es ist universell und günstig (oft nur ein Relais + Verdrahtung).
  • Zu grob, wenn du feine, datenbasierte Steuerung willst. Dann ist Modbus (falls die Wärmepumpe es kann) der bessere Weg — volle Sollwerte und Modi statt vier Zustände.

Der versteckte Trade-Punkt

Die Verdrahtung der SG-Ready-Kontakte fällt oft zwischen die Gewerke (Heizung sagt „Elektriker", Elektriker sagt „Heizung"). Kläre im Angebot ausdrücklich, wer die Kontakte verdrahtet und an welche Signalquelle.

Kurz: SG-Ready = 2 Kontakte, 4 Zustände (Sperre/normal/sanft/stark). Das Signal kommt von PV, evcc/HA oder Netzbetreiber — nicht vom WP-Hersteller. Universell und einfach, aber grob; Modbus ist der feinere Weg, wenn verfügbar. Kläre, wer die Kontakte verdrahtet.

Als letztes Profi-Thema die ehrliche Frage: Kühlen mit der Wärmepumpe — was in einem Heizkörperhaus wirklich geht.

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