Module verstehen
Module sehen alle gleich aus, sind es aber nicht. Vier Dinge lohnt es zu verstehen — dann durchschaust du jedes „Premium"-Versprechen.
Mono- vs. bifaziale Module
- Monofazial: Glas vorne, Kunststoff-Rückseitenfolie hinten. Nimmt nur Licht von vorn auf.
- Bifazial (Glas-Glas): Glas auf beiden Seiten, die Rückseite sammelt zusätzlich reflektiertes Licht.
Die Modellnummer verrät die Bauart. Beispiel Aiko Neostar „A490-MCE54Dw": das Dw = Dual-glass = bifazial; Mw = mono-glass = monofazial. Dieselbe 490-W-Zelle gibt es in beiden Varianten.
Der Rückseiten-Gewinn ist real, aber meist bescheiden — und nahe null, wenn das Dach vom Nachmittagslicht wegzeigt (dann laufen beide auf diffusem Licht). Die Dachausrichtung dominiert, nicht die Modulbauart.
Zellqualität
Modernere Zelltypen (z. B. Aiko ABC mit ~24,5 % Wirkungsgrad und guter Verschattungstoleranz) holen aus derselben Fläche mehr heraus und vertragen Teilverschattung besser. Höherer Wirkungsgrad heißt: mehr kWp auf ein begrenztes Dach.
Produkt- vs. Leistungsgarantie — nicht verwechseln
Zwei verschiedene Versprechen, oft absichtlich vermischt:
- Produktgarantie: das Modul selbst ist frei von Material-/Verarbeitungsfehlern — z. B. 25 Jahre.
- Leistungsgarantie: das Modul liefert nach X Jahren noch mindestens Y % seiner Leistung — z. B. 30 Jahre auf eine Mindest-Restleistung.
Ein Angebot, das nur „25 Jahre Garantie" schreibt, meint oft nur eine davon. Verlange beide, in Jahren.
Tier-1 heißt nicht „beste Qualität"
„Tier-1" ist ein Bankability-Ranking (Bloomberg) — es sagt, wie gut ein Hersteller finanzierbar ist, nicht direkt, wie gut das Modul ist. Es korreliert aber damit, ob der Hersteller in 25 Jahren noch existiert, um die Garantie einzulösen.
Kurz: Bauart aus der Modellnummer lesen (Dw/Mw), auf Zellqualität und getrennte Produkt- UND Leistungsgarantie achten, und Tier-1 als Überlebens-, nicht als Qualitätssiegel verstehen.
Weiter mit dem zweiten großen Baustein: dem Batteriespeicher.