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Strom-Grundbegriffe: kW, kWh und was „kWp" eigentlich heißt

Die häufigste Verwechslung in Angeboten und Gesprächen, ein für alle Mal geklärt — bevor alles andere Sinn ergibt.

Strom-Grundbegriffe: kW, kWh und was „kWp" eigentlich heißt

Fast jedes Missverständnis in einem PV- oder Wärmepumpen-Angebot fängt mit derselben Verwechslung an: Leistung und Energie werden durcheinandergeworfen. Dieser Beitrag klärt das zuerst, weil alles Weitere darauf aufbaut.

Leistung ist ein Tempo, Energie ist eine Menge

Stell dir ein Auto vor. Kilowatt (kW) ist wie die Geschwindigkeit — wie schnell gerade Energie fließt. Kilowattstunde (kWh) ist wie die gefahrene Strecke — wie viel insgesamt zusammengekommen ist, über eine bestimmte Zeit.

  • Eine PV-Anlage mit 10 kW Leistung, die eine Stunde lang mit voller Kraft läuft, liefert 10 kWh.
  • Dieselbe Anlage, die zwei Stunden mit halber Kraft läuft, liefert auch 10 kWh.

Leistung sagt dir, wie stark etwas gerade ist. Energie sagt dir, wie viel am Ende auf der Rechnung — oder im Speicher — steht.

Was „kWp" bedeutet

kWp (Kilowatt-Peak) ist die Nennleistung deiner PV-Module — die Leistung, die sie unter genormten Testbedingungen (Standard Test Conditions, STC: 25 °C Zelltemperatur, festgelegte Einstrahlung) maximal liefern würden. Es ist eine Dimensionierungsgröße für die Anlage, kein Versprechen für einen bestimmten Tag.

Auf dem echten Dach weicht der Ertrag vom Peak-Wert ab: Wolken, Jahreszeit, Sonnenstand, und die Zellen werden in der Praxis heißer als im Testlabor (heißere Zellen liefern etwas weniger Leistung). Deshalb ist kWp die Größe, mit der Anlagen verglichen und dimensioniert werden — nicht die Größe, die direkt auf deiner Stromrechnung auftaucht.

Die Verwechslung, die am häufigsten passiert: Eine „10-kWp-Anlage" ist nicht dasselbe wie ein „10-kWh-Speicher". Das eine ist eine Leistungsangabe für die Module, das andere eine Energiemenge, die ein Akku speichern kann. Beide Zahlen tauchen in jedem Angebot nebeneinander auf — und werden trotzdem ständig verwechselt.

Wo dir diese Begriffe wieder begegnen

  • PV-Anlage: in kWp dimensioniert (die Module), in kWh gemessen (der Jahresertrag — wie viel eine bestimmte Anlage an deinem Standort tatsächlich liefert, hängt von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab; dazu mehr im nächsten Kapitel).
  • Batteriespeicher: in kWh angegeben (die Kapazität) — dazu mehr im Beitrag zu den Speicher-Grundlagen.
  • Wärmepumpe: die Heizleistung wird in kW angegeben (wie viel Wärme sie maximal liefern kann), der Stromverbrauch in kWh (was am Ende auf der Stromrechnung steht).
  • Dein Stromzähler: zählt kWh — das ist die Größe, die bezahlt (oder bei Einspeisung vergütet) wird.

Was das für dich bedeutet

Wenn dir eine Zahl ohne Einheit genannt wird — „die Anlage hat 10" — frag nach, ob kW, kWh oder kWp gemeint ist. Die drei sind nicht austauschbar, und ein Angebot, das sie sauber trennt, ist ein gutes erstes Zeichen.

Mit dieser Unterscheidung im Kopf ergeben die nächsten Kapitel — wie eine PV-Anlage tatsächlich funktioniert, wie Speicher dimensioniert werden — deutlich mehr Sinn.

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