Dynamischer Tarif & Speicher-Arbitrage
Ein dynamischer Stromtarif (z. B. Tibber, aWATTar, Rabot) gibt dir stündlich wechselnde Preise, die dem Börsenpreis folgen. In Kombination mit einem Speicher entsteht ein neuer Sparhebel: laden, wenn billig — nutzen, wenn teuer.
Wie Arbitrage funktioniert
Der Preis schwankt über den Tag deutlich (nachts und mittags oft günstig, morgens und abends teuer). Die Idee:
- Günstige Stunden: Speicher aus dem Netz laden (oder Wärmepumpe laufen lassen).
- Teure Stunden: aus dem Speicher leben, Netzbezug vermeiden.
- Sonnenstunden: ohnehin PV-Überschuss speichern.
Der Speicher wird so nicht nur zum PV-Puffer, sondern zum Preis-Puffer.
Voraussetzungen
- Ein dynamischer Tarif (braucht meist ein intelligentes Messsystem / iMSys).
- Ein Regler, der die Speicherladung in günstige/grüne Stunden verschieben kann — entweder das mitgelieferte Energiemanagement des Herstellers, oder (lokal) evcc / Home Assistant.
- Ein Speicher, dessen Ladeleistung aus dem Netz steuerbar ist (nicht jede Marke erlaubt das gleich gut — siehe Steuerbarkeits-Checkliste).
Wer wird zum Batteriemanager?
Das ist der entscheidende Punkt. Standardmäßig managt der Wechselrichter den Speicher selbst (Eigenverbrauchsmodus). Sobald du aktiv Ladebefehle schickst, übernimmst du die Rolle des Batteriemanagers — und musst dann selbst an drei Dinge denken:
- Eigenverbrauch weiter sinnvoll bedienen (nicht nur an Arbitrage denken).
- Mindestladestand respektieren (Batterie nicht zu tief entladen).
- Ausfallverhalten: Was passiert, wenn dein Regler abstürzt? Idealerweise kehrt der Wechselrichter sauber in den Eigenverbrauchsmodus zurück.
Deshalb ist evcc die empfohlene Lösung: Es übernimmt genau diese Manager-Rolle und regelt das Zusammenspiel, statt dass du alles selbst programmierst.
Lohnt es sich?
Die Ersparnis hängt von der Preisspreizung und deinem Verbrauch ab. In vielen Fällen sind es einige hundert Euro im Jahr — genug, damit sich der Einrichtungsaufwand lohnt, aber kein Selbstläufer. Wichtig: Netzladen nutzt den Speicher zusätzlich ab — ein guter Regler wägt Ersparnis gegen Zyklenkosten ab.
Kurz: Dynamischer Tarif + Speicher = laden wenn billig, nutzen wenn teuer. Sobald du steuerst, wirst du Batteriemanager (Eigenverbrauch, Mindest-SoC, Ausfallverhalten beachten) — evcc übernimmt das sauber.
Weiter mit dem zweiten großen Steuer-Hebel: PV-Überschuss und Wärmepumpe koppeln.