Backup erklärt: Notstrom vs. Ersatzstrom
„Notstromfähig" klingt gut, meint aber sehr Verschiedenes — und heißt im Angebot oft, dass die eigentliche Backup-Hardware gar nicht enthalten ist. Hier die Typen und die richtigen Fragen.
Die zwei großen Begriffe
- Ersatzstrom: eine einfache, oft manuelle Umschaltung auf eine begrenzte Notversorgung. Häufig nur 1-phasig und nur ausgewählte Steckdosen/Stromkreise.
- Notstrom / USV: eine automatische, nahezu unterbrechungsfreie Umschaltung (idealerweise 3-phasig, ganzes Haus), sodass Geräte im Stromausfall einfach weiterlaufen.
Die drei Fragen, die den Unterschied ausmachen
- Nahtlos oder mit Unterbrechung? Nahtlos (<~20 ms) heißt: der Rechner/das Netzwerk läuft ohne Aussetzer weiter. „Umschaltzeit" von Sekunden heißt: kurzer Ausfall, Geräte starten neu.
- Ganzes Haus oder ausgewählte Stromkreise? „Ausgewählte Stromkreise" backupt nur, was du vorab festlegst — nicht automatisch alles.
- Wie viel Ampere pro Phase? Bestimmt, welche Lasten gleichzeitig laufen können (z. B. reicht es für die Wärmepumpe?).
Der versteckte Kostenfaktor
Backup ist fast immer eine separate Position — eine Backup-Box plus Verdrahtung. „Backup-ready" bedeutet oft nur: das System könnte es, aber die Hardware ist nicht im Preis. Prüfe, ob die Backup-Box wirklich enthalten ist, und was genau sie versorgt.
Worauf du achten solltest
- Für echtes Ganzhaus-Backup brauchst du einen 3-phasig backup-fähigen Hybrid-Wechselrichter + Backup-Box, korrekt verdrahtet.
- Lass dir schriftlich geben: nahtlos ja/nein, ganzes Haus oder welche Kreise, Ampere pro Phase.
- Kläre, ob die Wärmepumpe im Backup mitläuft (großer Anlaufstrom!).
Kurz: Ersatzstrom = einfach/manuell/oft 1-phasig; Notstrom = automatisch/nahtlos/3-phasig. „Backup-fähig" ohne Backup-Box ist kein Backup. Frage nach nahtlos, Umfang und Ampere pro Phase.
Weiter mit den Netzregeln, die oft Angst machen, aber meist harmlos sind: §9 EEG, §14a und iMSys.