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Glossar & Warnsignale in Angeboten

Die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt — und die typischen roten Flaggen, bei denen du nachhaken solltest.

Glossar & Warnsignale in Angeboten

Zwei Dinge auf einer Seite: die wichtigsten Begriffe, die in PV- und Wärmepumpen-Angeboten auftauchen, und die typischen Warnsignale, bei denen sich Nachfragen lohnt.

Wichtige Begriffe

kWp vs. kWh — kWp (Kilowatt-Peak) = die Leistung der PV-Anlage unter Standardbedingungen (Dimensionierungsgröße). kWh = Energie (Speicherkapazität, Jahresertrag). Nicht verwechseln: Eine 10-kWp-Anlage ist nicht dasselbe wie ein 10-kWh-Speicher.

STC / NOCT — Standard-Testbedingungen (Labor, 25 °C Zelle) vs. realistischere Betriebstemperatur. Echte Dächer werden heiß — das NOCT-/Temperaturverhalten sagt den Feldertrag besser voraus als STC.

COP / SCOP / JAZ — COP = Momentan-Effizienz bei einer Bedingung. SCOP = standardisiert saisonal. JAZ (Jahresarbeitszahl) = dein tatsächlicher saisonaler Schnitt im Haus. Die JAZ bestimmt die Betriebskosten — verlange sie für deine Vorlauftemperatur.

Vorlauftemperatur — die Wassertemperatur, die die Wärmepumpe an Heizkörper/Fußbodenheizung liefert. Niedriger = effizienter. Der größte einzelne Hebel für die Betriebskosten im Bestand.

Heizlast (DIN EN 12831) — die berechnete Gebäude-Heizlast, die die kW-Dimensionierung der Wärmepumpe bestimmen sollte. Ein Angebot ohne Heizlast rät nur.

Modulation — variable, invertergeregelte Leistung. Die Anlage passt sich dem Bedarf an und läuft im Teillastbereich effizient; das Gegenteil (Ein/Aus) taktet hart.

LFP vs. NMC — Batteriechemien. LFP (LiFePO4): sicherer, längere Zyklenzahl, kobaltfrei — Standard im Heimspeicher. NMC: dichter, aber wärmer und kurzlebiger.

DoD / SoH — Entladetiefe (wie viel du zyklisch nutzt) und Zustand (Restkapazität ggü. neu). Garantien sichern eine Mindest-Restkapazität am Ende der Laufzeit zu.

Hybrid-Wechselrichter — Wechselrichter mit integriertem Batteriemanagement und oft Backup. DC-gekoppelt ist die effiziente Wahl bei Neubau von PV+Speicher.

Notstrom vs. Ersatzstrom — Notstrom/USV = automatisch, nahezu unterbrechungsfrei (idealerweise 3-phasig). Ersatzstrom = manuell, einfach, oft 1-phasig. „Backup-fähig" heißt oft: keins davon ist wirklich enthalten.

R290 / R32 / GWP — Kältemittel. R290 (Propan, GWP ~3) = zukunftssicher, effizient, vom F-Gas-Ausstieg begünstigt; R32 (GWP ~675) aktueller Standard; R410A (GWP ~2088) veraltet.

Monoblock vs. Split — Monoblock: Kältemittel komplett außen, nur Wasser kommt ins Haus (keine Kältemittelarbeiten vor Ort). Split: Innen- und Außeneinheit mit Kältemittelleitungen dazwischen.

SG-Ready / EEBus / Modbus — offene Schnittstellen, damit PV, Speicher, Wärmepumpe und Energiemanager miteinander sprechen (überschussgesteuert). Geschlossene Cloud-Ökosysteme meiden, wenn dir Integration wichtig ist.

BEG / Förderung — Bundesförderung für effiziente Gebäude. Wärmepumpen-Zuschüsse können hoch sein; Förderfähigkeit hängt an Effizienz (z. B. JAZ), hydraulischem Abgleich und förderfähiger Technik. Immer die Netto-Kosten NACH Förderung vergleichen — auf gleicher Basis.

Verfahren B — die detaillierte (raumweise) Methode des hydraulischen Abgleichs, für BEG-Förderung und gute Effizienz erforderlich.

Einspeisevergütung / dynamischer Tarif — Vergütung für eingespeisten PV-Strom vs. zeitvariable Strompreise. Der Wert von Speicher + EMS entsteht zunehmend aus der Optimierung dagegen.

Tier-1 — ein Bloomberg-Bankability-Ranking von Modulherstellern (Finanzierbarkeit), KEIN direktes Qualitätsurteil — korreliert aber damit, ob der Hersteller die 25-Jahre-Garantie überlebt.

Warnsignale — hier nachhaken

Vage Komponentennamen — „Premium-Module", „hochwertiger Wechselrichter", „starker Speicher" OHNE Marke und exakte Modellnummer. Ohne Modell lässt sich keine einzige Spezifikation prüfen — bestehe darauf.

Preis vor/nach Förderung vermischt — die Nach-Förderung-Zahl als Preis darstellen oder eine Förderquote annehmen, die du evtl. nicht bekommst. Immer NETTO, BRUTTO und nach Förderung getrennt verlangen.

Leistungs- vs. Produktgarantie vermischt — eine „25-Jahre-Garantie", die nur die Leistungskurve meint, mit kurzer Produkt-/Verarbeitungsgarantie darunter. Beide in Jahren erfragen.

Bei Wärmepumpen nur COP@A7/W35 — der geschönte Mildwetter-Wert. Ohne SCOP/JAZ und den A−7-Kaltwetter-COP lassen sich die Winterkosten nicht beurteilen.

Keine Heizlast / keine Heizkörper-Prüfung — Dimensionierung per Daumenregel, ohne Nachweis, dass deine Heizkörper bei niedrigem Vorlauf funktionieren — das Rezept für eine enttäuschende, teure Anlage.

„Backup-fähig" ohne Backup-Hardware — als backup-fähig beschrieben, aber Backup-Box und Verkabelung sind nicht im Umfang — im Stromausfall bekommst du nichts.

Fehlende Systemtechnik (Balance of System) — kein Überspannungs-/Lichtbogenschutz, keine ordentliche Messung, unterdimensioniertes Kabel, Billig-Unterkonstruktion — Ecken, die man nicht sieht.

Zeitdruck / „nur heute"-Preise — künstliche Dringlichkeit, hohe Anzahlungen, oder Finanzierungs-/Leasing-/PPA-Modelle, die die echten Gesamtkosten verschleiern. Langsamer machen, gleiches mit gleichem vergleichen.

Subunternehmer-Montage, unklare Garantiekette — Verkäufer, Installateur und Garantiegeber sind verschiedene Firmen. Kläre, wen du in Jahr 8 anrufst.

Reines Cloud-Ökosystem — Monitoring/Steuerung nur über die Hersteller-Cloud, ohne lokalen/offenen Zugang — Ausfall- und Lock-in-Risiko, und eine Hürde für deine Hausautomation.

Kurz: Verlange exakte Modellnummern, getrennte Preise (netto/brutto/nach Förderung), beide Garantiearten in Jahren, eine echte Heizlast und einen dokumentierten lokalen Zugang. Fehlt eines davon, ist das der Punkt zum Nachhaken.

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